Barhufpflege am Pferd

>> Ich nehme leider keine Kunden mehr an <<

 

Auf dieser Seite versuche ich einen kurzen Einblick in meine Arbeitsweise zu geben. -Bilder folgen-

Meine Bearbeitungsmethode

Hierzu würde ich am liebsten gar nichts, oder aber gleich ein ganzes Buch schreiben. Denn Einerseits sind die mir vorgestellten Pferde so verschieden, dass es unmöglich ist "die Eine" Methode zu beschreiben die allen Tieren gerecht wird.  Andererseits und trotz dieser Schwierigkeit ist natürlich gerade die Frage danach welcher Weg bei welchem (Problem)Fall zu einer verbesserten Hufsituation führt so spannend, dass man geneigt ist darüber ganze Seiten zu schreiben .

Zusammenfassend kann man also sagen: Jedes Pferd muss nach seinem individuellen Körperbau, Gangverhalten und seiner Krankengeschichte beurteilt werden und jede Bearbeitung zusätzlich auf die individuelle Sensibilität des Pferdes gegenüber Veränderungen, der Haltungsform und Nutzung angepasst sein.

Drei Punkte die mir bei fast jedem Huf wichtig sind möchte ich aber dennoch aufschreiben und an Beispielen verdeutlichen. Damit hoffe ich eine ungefähre Ahnung geben zu können worauf es mir ankommt.

Balance

Wenn man sich einmal überlegt welches Gewicht unsere Pferde mit vier kleinen Hufen tragen müssen dann wird recht schnell klar, dass dieses Gewicht gleichmäßig auf die Hufe verteilt sein sollte. Um dies zu gewährleisten sind zwei Punkte wichtig. Erstens sollte sich der Huf möglichst "unter" dem Pferd befinden.

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Zudem sollte der Huf in einer sogenannten medio-lateralen Balance sein. Das bedeutet, dass die der Huf so stehen kann, dass die Gelenke in den Beinen gleichmäßig belastet werden. Die Beurteilung der medio-lateralen Balance ist sicher eine der schwierigsten Aufgaben für Hufpfleger. Dies liegt daran, dass das äußere Erscheinungsbild häufig täuschen kann und man versucht ist einen Huf in eine optisch schöne Form zu quetschen die aber den Gelenken nicht gerecht wird. So manches Mal wünscht man sich den Röntgenblick :)

Strahl

Der Strahl wird in seiner stoßdämpfenden Funktion häufig unterschätzt oder ganz außer Acht gelassen. Weggegammelte und stark verkümmerte Strähle werden in der Praxis einfach hingenommen. Jede Einschränkung in diesem Bereich geht aber über kurz über lang auch auf die Gelenke und kann z.B. zu frühen Arthrosen oder Problemen im Bereich der Hufrolle und Zwanghufen führen.  Finde ich bei einem Pferd einen unterentwickelten Strahl vor, so sind natürlich als erstes die Ursachen zu klären und abzustellen. Wenn nötig werden dann entsprechenden Mitteln und Behandlungsmethoden empfohlen um den Strahl wider zu regenerieren.

Abrollpunkt

in gut sitzender Abrollpunkt ermöglicht es dem Pferd schnell und ohne Probleme abzufußen. Eine lange Zehe kann hingegen die Ursache für häufiges Stolpern sein und führt langfristig meist zu Problemen mit Sehnen und Bändern.

-Bild lange Zehe - - Bild besser -

 

 

Zusammenarbeit

Leider ist es in Deutschland kaum möglich unseren Pferden eine so natürliche Haltungsform zu bieten, dass wir auf eine Korrektur der Hufe verzichten können. Zucht und Nutzung tragen ihr übriges zu dieser Notwendigkeit bei. Aber auch ein Hufbearbeiter ist kein Zauberer. Wenn die Fütterung, Haltung oder Nutzung ungünstig ist, kann sich der Huf auch bei guter Pflege nicht positiv entwickeln.

Einige Punkte die für eine gute Zusammenarbeit wichtig sind:

  • Bearbeitungsplatz: Um ordentlich arbeiten zu können ist eine sauberer und möglichst heller Arbeitsplatz mit ebenen Untergrund hilfreich. 
  • Erziehung: Die Erziehung des Pferdes ist nicht Aufgabe des Hufpflegers. Üben Sie mit ihrem Pferd das längere Hochalten der Hufe. (Natürlich sind Jungtiere etwas zappelig, und Pferde die z.B. an einem Reheschub erkrankt sind können ihre Füße nicht lange heben. Aber gegebenenfalls lehne ich schlecht erzogene Pferde ohne Tendenz zur Besserung, zu Gunsten meiner eigenen Gesundheit ab!)
  • Zeit und Ruhe: die Bearbeitung eines Pferdes dauert unterschiedlich lange. Wenn ich zehn mal um das Pferd herum gehen muss und die Hufsituation überdenke oder in schwierigen Fällen die Hufsituation mit Fotos dokumentiere, dann dauert es etwas länger aber die nötige Zeit nehme ich mir. Das funktioniert natürlich nur, wenn auch der Besitzer, also Sie, genug Ruhe und Zeit einplanen.
  • angepasste Bearbeitungsintervalle: Sicherlich sind lange Bearbeitungsintervalle netter für den Geldbeutel. Die üblichen Zeiträume von 8-10 Wochen sind jedoch für die meisten Pferde zu lang, der Kampf gegen die Hufprobleme wird damit zu einem Kampf gegen Windmühlen. Für die meisten Pferde empfehle ich daher ein Bearbeitungsintervall von sechs Wochen

Bearbeitungsphilosophie und Qualifikation

Hufpfleger, Huforthopäde, Hufheilpraktiker oder sogar Euqidenpodolge? Häufig kommt die Frage auf nach welcher Methode ich denn arbeite? In diesem Punkt muss ich leider enttäuschen. Viele der bekannten Bearbeitungsrichtungen haben gute Theorien und Bearbeitungsrichtlinien. Warum also sollte man sich eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten verbauen indem man nur nach Schema F arbeitet? Zudem ist unser Wissen um die Wirkzusammenhänge im Bewegungsapparat und Huf noch lange nicht so allumfassend wie wir manchmal glauben möchten. Insbesondere in den USA wird viel Forschung in dieser Richtung betrieben. Das finde ich unglaublich spannend und hoffe meine ganze Karriere über die Bereitschaft aufrecht erhalten zu können, neue Erkenntnisse in die Praxis mit einzubeziehen und alte Denkmuster nochmal zu überprüfen.

"Formelle" Qualifikationen: